Der Einstieg ins Berufsleben ist selten spektakulär – manchmal aber doch. Für unsere Kollegin Susanne Perstrup wurde gleich ihr erstes Projekt zu einer besonderen Herausforderung: die Gestaltung der Freianlagen des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck im Jahr 1987.
Was war das Besondere an Deinem ersten Projekt?
Es war in vielerlei Hinsicht spannend! Zum einem, weil es galt historische Landnutzungsformen, Gärten und Außenanlagen von landwirtschaftlichen Höfen und dörflichen Gebäuden authentisch nachzubilden und – weil es mein allererstes Projekt nach dem Studium war.
Wie hast du dich dem Thema genähert?
Ich erinnere mich an die sehr intensive und interessante Phase der Recherche und an die hohen Anforderungen bei der Umsetzung. Gefordert war die Beschaffung sowie Verwendung von regional gewonnenen, historischen Materialien – was damals nicht so leicht war. Upcycling war noch kein Thema!
Gab es auch schwierige Momente?
Ja, durchaus. Ein Beispiel: Bereits verlegtes Pflaster musste wieder aufgenommen werden, weil es zu „ordentlich” wirkte. Das führte zu intensiven Diskussionen – am Ende wurde sogar auf höherer Ebene vermittelt.
Worin bestanden die fachlichen Herausforderungen?
Es war eine Gratwanderung, der historischen Realität und den Erwartungen der Museums-Besucher bei der Gestaltung gleichermaßen Rechnung zu tragen: Blumen? – gab es damals nur für besondere Feierlichkeiten! Der kostbare Grund und Boden war für lebenswichtige Nutzpflanzen wie Kohl, Karotten, Zwiebeln, Lauch etc. vorbehalten. Für ein Museum braucht es aber neben der Anschaulichkeit auch eine gewisse Präsenz.


Wie hast du diesen Spagat gelöst?
Im Ergebnis wurde eine Version, um nicht zu sagen „Vision“ eines Bauerngartens erschaffen – eine Verbindung aus historischer Grundlage und gestalterischer Lesbarkeit für die Besucher.

Wenn du heute zurückblickst – was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Ich denke selten an die Arbeitswelt von damals zurück. Der Schaffensprozess hat sich geändert, aber erfüllt mich nach wie vor: Ideen zu entwickeln und umzusetzen – aber auch der Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen. Und die Erkenntnis, dass genau diese Reibung Teil eines guten Ergebnisses ist.

So sieht der Ochsengarten heute aus – fast vierzig Jahre später! Von Buchshecken eingerahmt wachsen verschiedene Gemüsesorten, entlang des Zaunes haben sich Rosen und andere Blühpflanzen etabliert.


